Du wirst vielleicht denken, Kartoffeln gibt’s zur Wurst und nicht drinne. Die Skandinavier, Litauer, Schwälmer, Ostpreussen, Steirer und Norditaliener sehen das aber ganz anders. Bei ihnen lebt die Familie Kartoffelwurst mit vielen unterschiedlichen Mitgliedern, die sich nur im Winter sehen lässt.
Familie Kartoffelwurst hat, wie ihr Name schon irgendwie vermuten lässt, Kartoffeln in der Genetik, dann noch fettes und mageres Schweinefleisch, Schmalz, mal Dörrfleisch und Gewürze. Viele Familienmitglieder wollen gerne schnell verputz werden, denn sie sind weder getrocknet noch irgendwie haltbar gemacht worden.
Einige der Kartoffelwürste, wie die litauische, haben wohl sogar noch mehr Kartoffeln als Schwein in der Genetik. Ich konnte hier in Amerika lebende Exilwürste finden, der Text ist englisch, du kannst das bestimmt besser verstehen als litauisch.
In Skandinavien haben Kartoffelwürste (potatis korv auf schwedisch) ihren großen Auftritt zu Weihnachten. Dort werden sie ab und zu auch noch hausgemacht.
Die deutschen Kartoffelwürstler leben im Hunsrück, wo sie sich den schönen Namen Krommbierewurscht zugelegt haben und in der Schwalm, wo sie sich eine Wellnesszeit in der Räucherkammer gönnen.
in Ostpreussen wurden früher Kartoffelwürste mit Pelle aus Schweinemagen gesichtet, die sich gerne im Ofen knusprig garen liessen. Auch dort hatten sie eine recht würzige Genetik, in der sich Majoran, Thymian, Pfeffer und Grieben finden liessen.
In der Steiermark leben Familienmitglieder, die sich den österreichischen Gepflogenheiten nach Erdäpfelwurst nennen und Dörrfleischgene ihr Eigen nennen, die mit Muskat, Grammeln (Grieben) und Bohnenkraut umgeben sind.
In Norditalien lebt die Salampatat in der Region Canavese und ihre Schwester Salam ‘d Patata im Piemont, die sich wie alle Kartoffelwürste nur im Winter zeigen. Sie werden wie die meisten ihrer Familienmitglieder gekocht, gebraten und einige essen sie auch roh. Wie das bei den Italienern ist, feiern und essen sie gerne. Deswegen gibt es dort auch mindestens eine Sagra (eine Art Festival, gerne ums Essen) für die kartoffligen Wurstschwestern.
Erstaunlich, was für ein großes, vielfältiges Programm in Settimo Rottaro, einem kleinen Ort im Piemont um die Wurst stattfindet: Neben viel Musike und Unterhaltung gibts natürlich Salampatat in vielen Formen: theoretisch in Vorträgen, praktisch zum Mitnehmen und natürlich zum dort essen.
Die Sagra in Settimo Rottaro hat auch noch dieses gemütliche Logoschweinchen für ihre Werbung. Da es mir gefällt, muss ichs dir natürlich zeigen. 
kartoffelmampfendes Schweinchen des Salam ‘D Patata-Festivals
Übrigens ist das itailenische Fest gerade diese Tage: Der 23. Januar ist zwar schon vorbei, aber wenn du dich beeilst, heute am 29. feiern sie schon wieder und der 30. und 31. Januar runden dann alles ab.
Das Programm ist hier zu finden, falls du jetzt gleich dorthin lossocken willst.
Halt, einen Moment noch: Bring mir doch dann bittebitte so eine Salampatat mit… bin nämlich neugierig… ich sah die Dinger vorgestern das erste Mal im Fernsehen und sie sahen so aus, als ob sie in diesem ewigen Winter das ideale Essen sind… njamm. ![]()


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