Das ich nicht die Wurstologie erfunden habe, war mir ja schon lange klar. Diesmal bin ich aber in meinen wurstologischen Forschungen über ein altes Buch von 1662 gefallen, das mein Interesse gefunden hat.

Allein der Name des Autoren, Marcus Knackwurst, lässt das Herz eines Wurstologen schon höher schlagen.
Wenn ich dann noch erfahre, dass es “im Lande Wursten”, genauer in Schweinfurth geschrieben und von Johann Wursthorn herausgegeben und von Hanß Darm gedruckt wurde, dann kannst du dir vorstellen, dass ich mir alles näher ansehen musste.

Markus Knackwurst hat da geschrieben nicht nur über die Wurstologia, sondern auch gleich die Durstologia angereiht. Aber das letztere ist nicht mein Revier, also wer Durst hat, kann das ja selber erforschen . 

In der Wurstologia erklärt der Herr Knackwurst also, was gute Wurst ist. Schon damals versuchten viele weniger auf Qualität als auf Profit erpichte Fleischer, Metzger, Fleischhauer oder wie immer damals Wurthersteller genannt wurden, Würste mit ihrem zerkleinerten Inhalt mit weniger leckeren, aber billigen Dingen zu strecken. Man konnte vielleicht nicht sehen, was drin ist, aber die “innere Stimme” wird’s einem schon manchmal gegurgelt haben… denk ich.

In diesem Buch, dem wohl ältesten Beleg der Wurstologie, erklärt er nicht nur, was gute Qualität für die Zutaten sind, sondern er erklärt die einzelnen Würste (und natürlich auch die alkoholischen Getränke, von denen ich aber hier nicht rede) und gibt sogar noch ein Trinkliedchen dazu… “Guth Bier schenck ein, laß Wasser sein fa la la la” trällert er in vier Strophen, leider hat er kein Wurstlied für uns, schade.

Hier ein kleines Absätzchen in einem intressanten Artikel über Wurst in alten Zeiten.

Später gab es noch das von Erich Lissner geschriebene Buch mit dem Namen “Wurstologia oder Es geht um die Wurst – Eine Monographie über die Wurst”, über dass ich leider nur herausfinden konnte, dass es zuerst in 1939 geschrieben wurde, um dann in 1957 in zwei Bänden wieder aufgelegt zu werden. Leider konnte ich nicht ein Zipfelchen mehr drüber finden… schade. 

Viel ist es nicht in über 300 Jahren, was über die Wurstologie geschrieben wurde… hmmm… vielleicht ist es an der Zeit, dass ich mal das dritte wurstologische Fachbuch schreibe, was meinst du?


Diskussion (2) ¬

  1. Petra

    Das Wurstologie-Buch von Lissner hatte ich mal vor einiger Zeit ausgeliehen, da steht einiges drin über die Geschichte diverser Würste verschiedener Regionen, teilweise eher anekdotisch, aber nicht unkritisch. Das kannst du dir über die Fernleihe in einer Bibliothek besorgen oder mit etwas Glück antiquarisch (leider sehr teuer!). Der zweite Band ist nicht von Lissner, sondern von Ernst Johann und heißt “Das Jahr des Metzgers. Der Lissnerschen Wurstologie anderer Band”; dieses Buch ist erst 1957 erschienen. Gibt es sicher auch in Bibliotheken, dieses Buch kenne ich aber noch nicht. Ich habe irgendwo mal gelesen, dass es auch Rezepte enthalten soll.

    • Monika Sim

      Ja, als antiquarische Bücher hab ich beide gefunden… das Lissner-Buch so etwa hundert Euronen :( das andere schon für etwa die Hälfte.

      Fernausleihe müsste ich mal sehen… obwohl hier die Bibliotheken eher schmalbrüstig im Angebot sind, kann sowas ja doch auf jeden Fall irgendwo auffindbar sein.

      Vielleicht hat aber jemand privat (vielleicht aus der Fachbranche?) eines, das er mir für eine Zeit leihen könnte… das fänd ich eine edle Tat :)
      …die ich auch mit einer Überraschung belohnen würde :) Vielleicht fühlt sich ja jetzt jemand angesprochen ??

Gib deinen Senf dazu ¬

TIP - Du kannst diese Tags nutzen:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>