"Der Deal ist der selbe: Wurstsalat oder Ehewürstin!" sprach die Königswurst

Da gab Knackwürstchen seufzend nach und das hutzelige Würstchen rührte wieder, bis der Senf zu Gold geworden war. Dann gab Knackwürstchen ihm ihr silbernes Wurstbändchen. Kurz danach kam wieder der Wurstkönig und besah alles mit neugierigen Blicken, die viel freundlicher waren als am letzten Morgen.

Nach dem er alle Senftöpfe ausgiebig inspiziert hatte, sagte er zum hübschen Knackwürstchen: “Nun, mein hübsches Würstchen, du bist ja wirklich talentiert, dein Vater hatte recht.” Dann lächelte er sogar und das Knackwürstchen sah, dass er noch gar nicht so abgelagert war, wie sie zuerst dachte.

“Ja, ämm, es geht so, mein Vater übertreibt oft.” Sie wurde sogar etwas rot, als sie seine Blicke auf ihrer Pelle spürte.

“Mit deinem Talent hat er aber nicht übertrieben, du hast wirklich ein goldenes Zipfelchen für so etwas. Ich wette, dass du dies noch ein drittes Mal kannst. Alle guten Würste sind drei.” Die Königswurst lächelte so charmant, wie sie nur konnte, aber nur, um Knackwürstchen ohne zu viel Schieberei in die nächste Kammer zu befördern.

“Ich habe zuuuufällig hier noch einen großen Vorrat an Senf, den ich in den nächsten Tagen nicht unbedingt brauche.
Du würdest mir einen Gefallen tun, wenn du ihn noch einmal in Gold verwandeln könntest, das wäre wunderbar von dir. Ausserdem macht dir das Senf zu Gold rühren ganz bestimmt auch wieder genauso viel Spaß wie die anderen Male! Der Deal ist der selbe: Wurstsalat oder Ehewürstin!”

Mit diesen Worten schubste er das hübsche Knackwürstchen in die nächste Speisekammer, die voller riesiger Senftöpfe stand.

Knackwürstchen hörte das Schloss hinter sich einrasten und der König flötete durch das Schlüsselloch:
“Mir wäre es lieber, dich zu ehelichen, glaub mir. Du gefällst mir wirklich, meine Hübsche.”

“Das Senf zu Gold rühren macht dir doch ganz bestimmt wieder genauso viel Spaß…” äffte sie den König nach. “Der denkt, ich habe hier den Spaß meines Lebens!” Sie konnte es nicht fassen.

“Männer…diese Würstlinge…” seufzte sie und setzte sich neben einen Senftopf. Sie konnte Senf schon nicht mehr riechen, aber diese Nacht musste sie noch irgendwie diesen Senf in Gold verwandeln, sonst… sie schauderte und rührte wieder hier und dort, aber natürlich erhöhte der Senf seinen Goldgehalt nicht.

Wie sie’s schon irgendwie ahnte, tauchte auch das hutzelige kleine Würstchen wieder auf, als es richtig dunkel war.
“Haben die zwei Würstlinge sich abgesprochen, mich zum Wahnsinn zu treiben?” dachte sie.
“Hähä, du brauchst mich wieder, gib’s zu!” lachte das Hutzelwürstchen mit seiner krächzenden Stimme.
“Uuunter Uuumständen…” sagte sie langsam, denn sie überlegte, wie sie diesmal aus der Situation herauskäme.

“Du hast keine Wahl, wenn du nicht als Salat enden möchtest. Was kannst du mir geben?” gierte das hutzlige Würstchen.

“Ich hab nichts mehr.” seufzte Knackwürstchen traurig. “Ich habe dir schon alles gegeben, was ich besaß.”
“Dann gib mir etwas, was du bekommen wirst!!” schlug die kleine Wurst vor.
“Was möchtest du, möchtest du Senf?”
“Nein, den kann ich mir jeden Tag aus Gold selber machen.”
“Wie wäre es dann mit… einem Mantel, denn ich dir dann stricke, wenn ich hier raus bin? In deinem Alter wird einem eher mal kalt.”
“In meinem Alter… Ich finde gestrickte Mäntel nicht sehr schick.”
“Ich habe in der “Würstelmode” gelesen, dass Strick ganz im Trend ist.. du wärst bestimmt die schickste Wurst im Land”
“Nein, hör auf, ich weiss schon was ich will. Wenn du die Königswurst geheiratet hast, gib mir dein erstgeborenes Würstel.”

“Du hast ja einen Piep unter dem Zipfel.”
“Und du hast keine Wahl…” *harrharr*
“Nein, ich habe eine andere Idee… lass uns eine Runde knobeln, wenn du siegst, bekommst du mein Würstchen, wenn ich siege, bekommst du nur einen Kuss.*schauder*”

Fortsetzung folgt …

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