Der König war entsetzt. Nicht nur, dass er schon lange bereute, diese zähe Tyrannenwurst geheiratet zu haben, jetzt wollte sie ihm das Liebste auf der ganzen Wurst nehmen: Sein Schneewürstchen. Hilflos sah er, wie die Ratwürste wie hypnotisiert mechanisch nickten.

Während die böse Wurstkönigin sich daran machte, Schneewürstchen aus dem Schloss zu jagen, schloss sich der König in sein Zimmer und war verzweifelt.

Die böse Königin rannte zu Schneewürstchen und brüllte sie an: “Verschwinde aus meinem Schloss! Du hässliches weißes Ding! Du bist ja nicht mal geräuchert! Verschwinde!”

Aber Schneewürstchen lachte nur: “Aber Stiefmutter, was für eine Maus ist dir denn über das Brät gelaufen? So wütend hab ich dich ja noch nie gesehen!” Sie war ja die Ausbrüche ihrer nur schwer zu ertragenden Stiefmutter gewöhnt und wusste, wann man ihre Befehle besser nicht befolgte. Jetzt war wieder ein guter Moment dafür.

Wie sie dieses bezaubernde freche Lächeln von Schneewürstchen hasste! Die böse Königinwurst bebte. “Ich will dich hier nie wieder sehen!” keifte sie.Es war so dunkel , dass sie nicht den Zipfel vor Augen erkennen konnte...

Es war so dunkel , dass sie nicht den Zipfel vor Augen erkennen konnte…

Damit sie ganz sicher sein konnte, dass Schneewürstchen nicht wieder nach Hause kam, bestellte sie die Jagdwurst, die Schneewürstchen in den dunklen Wald führen sollte. “Und stech’ sie tot, dann schneid ihr ein Zipfelchen ab und bring es mir!” geiferte sie mit diabolischem Blick.

Die Jagdwurst hatte aber ein weiches Herz und führte Schneewürstchen im Wald an einen kleinen Senfbach: ” Geh immer an dem Bach entlang, dort kannst du vielleicht Würste treffen, die dich aufnehmen können, denn nach Hause kannst du nimmermehr!”

Dann jagte die Jagdwurst ein kleines Hasenwürstchen, schnitt ihm ein Zipfelchen ab, dass sie dann der bösen Königinwurst brachte. Diese freute sich biestig über ihren vermeintlichen Triumph und rannte gleich zu ihrem geduldigen Spiegel:

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die schönste Wurst im ganzen Land?”

*gähn* “Frau Königinwurst, du bist die schönste Wurst im Land…wollja.” grunzte der Spiegel, den sie im Mittagsschlaf störte.

Die böse Wurst triumphierte über ihren Sieg. Sie hängte sich das Zipfelchen über den Spiegel, damit sie es jeden Tag an ihren Sieg erinnern möge.

Schneewürstchen war nun nicht gerade ein ängstliches Würstchen, aber langsam wurde es dunkel und ihr wurde kalt. Schon lange war der Bach, dem sie folgte, nur noch ein kleines Rinnsal und sie hatte noch nicht ein einziges Zipfelchen getroffen. Der Wald war dick und im Abendlicht schwarz.

Als es so dunkel war, dass sie fast nichts mehr sehen konnte, bemerkte sie ganz hinten ein kleines Häuschen, in dem ein Lichtlein brannte. Schnell ging sie dorthin und fand es leer, aber mit geöffneter Tür. Sie ging neugierig und erschöpft hinein, auch wenn die Tür so winzig war, dass sie ihre eher stämmige Wurstgestalt nur hineinzwängen konnte. Sie zündete noch einige Kerzen an und blickte sich um.

“Was für ein entzückendes Häuschen dies ist! Dort sind sieben kleine Brötchenbetten, wie niedlich. Ein Tisch mit sieben Senftöpfchen… mit süßem Senf!!… und sieben wunderhübsche kleine Stühlchen stehen davor.”
Sie labte sich am süßen Senf und weil sie so müde war, legte sie sich gleich quer über alle sieben Brötchen und fiel in einen tiefen Schlaf.

Zur Zeit der Morgendämmerung kamen die sieben Cocktailwürstchen nach ihrer schweren Arbeit im Meerrettichbergwerk nach Hause und freuten sich auf ihren süßen Senf.
“Die Tür steht ja offen?” wunderte sich Zipfel, das erste Cocktail.
Sie gingen hinein. Enttäuscht sahen sie sich um… alles stand an anderen Plätzen oder noch schlimmer…
“Wer hat von meinem Senftöpfchen gegessen?” fragte Zapfel, der zweite Cocktail.

Fortsetzung folgt….


Gib deinen Senf dazu ¬

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