Die Geburt einer Wurst

Obwohl es ja nun wirklich tausende Würste in vielen Variationen zu kaufen gibt, gibt es immer mehr Interesse am selber machen von Wurst. 

Auch ich spiele schon seit Jahren mit dem Gedanken Geburtshelferin von einer Wurst zu sein… aber welche? *nichtentscheidenkönn* 

Die Hobbythek damals brachte ja praktische Rezepte, die mich schon lockten, bloß stand damals meine Mutter gegen eine Verwüstung ihrer Küche (das wäre es bei mir damals garantiert geworden…) und später war es immer “nicht jetzt, aber bald”.

Es gibt nun unendlich viele erhältliche interessante Wurstrezepte, in England, wo es sehr populär ist und auch hier, man braucht nur in eine Suchmaschine “Wurst selber machen” einzugeben.

Bisher habe ich es noch nicht geschafft, aber ich bin durch meine wurstologischen Forschungen näher als je zuvor .

Einer der großen Anschübe für mich war Antonio Carluccio, den ich so gerne immer auf TV Gusto sehe (über Internetfernsehen), der in einer Folge  seiner Serie in Süditalien Würste selber macht, Salsicce um genauer zu sein. Ich liebe seine Gemütlichkeit und seine Freude am Kochen und Essen dabei, er ist bestimmt ein richtig netter Mensch.

Antonio macht Würste auf die einfache Art, kurz vor dem Grillen im Garten, Freiluftwürste um genauer zu sein:

Er nimmt das kleingeschnipperte Fleisch, packt Käsewürfel rein und Gewürze, mischt alles ordentlich und stopft alles ganz lässig in Därme durch so einen kleinen Wursttrichter, einfach einen Trichter, der eben ein “wurstgroße” Öffnung hat, schwupps, fertich. Dann waren sie schwupps auf dem Grill und, noch schwuppser, aufgefuttert…

Mann, irgendwie hat das was… muss ich auch mal machen.

Antonio kann das, es sieht so einfach aus bei ihm. Nun seh ich ja TV-Köche mit etwas kritischen Augen, denn man sieht nie die ganzen Wiederholungen, weggeworfenen, “nicht so schön gewordenen” Sachen und den Bienenschwarm Helfer um ihn, aber bei Antonio kann man’s glauben, dass man es schafft. Es wirkt echt.

Sobald ich mal Zeit habe, werd ich auf die Jagd nach so einem Trichter machen (oder kann ich da vielleicht was basteln? hmmm…) Sicherlich kann man frische Bratwürste auch als Bouletten, Frkadellen oder Fleischpflanzerl machen, aber das ist nicht das selbe.

Leider hab ich ja schon vor Jahren meinen Fleischwolf entsorgt, der zu einer Küchenmaschine gehörte, die den Geist aufgab… und wir eine neue mit andrem System hatten… die drei Jahre später wiederum plopp machte und nicht mehr ging… und wir eine bekamen, die die Enkelin meiner uralten damals war… der Wolf würde also heute wieder wolfen können … *grrr* 

Soo, also Würste selber machen ist unheimlich populär, wohl auch wegen dem “ich weiss, was drinne ist, hähä”. Nicht jeder hat einen Fleischer seines Vertrauens um die Ecke… ich nicht, leider, auch wenn ich bis jetzt alle Würste vom hiesigen Angebot überlebt habe.

Es gibt inzwischen onlineein gutes Angebot von kleinen und großen Wurstwerkzeugen, Rezepten und auch speziellen Materialien wie Pökelsalz und Wurstpellen.

Ich finde es interessant, wenn man die Gewürzmischung mal anders als sonst machen kann, variieren oder Dinge einarbeiten, die normalerweise in einer deutschen Wurst illegal sind… bzw. als eigenartig angesehen werden.

Ich denke da an die sizilianische Salsiccia pizzaiola, die wohl so alles drin hat, was auf eine Pizza geht… obwohl eine simple Knoblauchwurst auch ihren Reiz hat… ach, ich denke, ich sollte mal anfangen.

Ich denke, dass man mit etwas Übung schon kleine Mengen an guten Würsten herstellen kann, wenigstens Bratwürste und Brühwürste, alles weiter ist wohl eine Stufe aufwändiger…
Ich werde meine wurstologischen Studien aus der Theorie wohl bald mal in die Praxis holen und monikasische Würste machen. Hat jemand von euch Hobbyköchen schon mal Würste gemacht? Ich freu mich über jeden Kommentar, jeden Tip, den ihr hier geben könnt.

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Diskussion (6) ¬

  1. Mike

    Mehr so semiprofessionell, mit Hilfe eines Hausschlachters, der die Würste nach meinem speziellen Rezept machen musste, und mit Hilfe meiner Arbeitskraft (einfach bei Google nach Hausschlachtegeschichte suchen). Kein! Nitritpökelsalz, sondern wie früher, mit Salpeter. Schinkenwurst zum Lufttrocknen mit schwarzem Pfeffer (bekommt eine nicht so schöne, dunkle Farbe, schmeckt aber besser), Weißwurst mit frischem Thymian, Mettwurst mit speziellen Gewürzen und in Rum eingelegtem Knoblauch (kommt nur der Rum an die Wurst, damit sie nicht gärt, der Knoblauch kommt an die Kochwurst).
    Für Salsicce habe ich ein sehr einfaches Rezept gefunden, welches auch ohne Fleischwolf auskommt. Man muss halt etwas mehr mit dem Messer arbeiten ;-)
    Viele Grüße
    Mike

    • Monika Sim

      Hallo Mike,
      danke für deinen Erfahrungsbericht!
      Klingt echt interessant und die Hilfe des Hausschlachters ist natürlich ideal, denk ich mal. Hattest du gleich größere Mengen gemacht? Ich meine, so ein halbes Schwein verwurstet oder so? Du hast je ein ganz schönes Sortiment Würste gemacht.

      Ich glaub, ich werd mich anfangs hauptsächlich an Bratwürste und Salsicce wagen, das mit dem Trocknen und so, da müsste ich mich erst etwas mehr mit Infos über Details ausrüsten…. dann wag ichs vielleicht auch mal.

      Herzliche Grüße,
      Monika

      Kleine Ergänzung nach Lesen der Hausschlachtegeschichte: Uff, das war ja ein echtes Abenteuer… Nüscht für schwache Nerven, aber ist eben Fakt des Lebens… Wie waren se denn nu, die Würste?

  2. Mike

    Die Würste waren ganz hervorragend. Mein Dachboden ist sehr gut zum Trocknen und Reifen geeignet. Im nächsten Jahr ist wieder eine Sau fällig. Eine einzige Mettwurst hängt einsam in meiner Speisekammer, mittlerweile zwei Jahre alt und immer noch nicht “knallhart”. Die muss Weihnachten dran glauben. Schwartenwürste und Schinkenwürste habe ich eingefroren, sind auch noch ein paar da. Um Daheim Wurst zu machen, bedarf es aber genauer Rezepte. Leider ist das mit Salpeter nicht möglich: als Nichtprofischlachter bekommt man keinen. Aber an eine Weißwurst traue ich mich demnächst mal ran.

    Viele Grüße
    Mike

    • Monika Sim

      Klingt interessant, wirklich. Dass man genaue Rezepte für Dauerwürste braucht, glaub ich gerne.
      Das mit dem Salpeter: geht das nicht irgendwo mit einer Registrierung oder so??
      Dann wissen sie, dass dun icht nachbars Häusle in die Luft jagen möchtest, sondern nurnicht explosive Würste machen????
      Ansonsten müsste man eben einen Fleischer bitten, etwas zu besorgen oder abzugeben… oder es zumindest versuchen… oder befreundete Chemiker etc. bitten…?

      Auf jeden Fall finde ich deine Wurstgeschichte sehr interessant!! Danke nochmal!

      Vielste Grüße, Monika

  3. Mike

    Gern geschehen! Wo’s hier doch um die Wurst geht …

    Liebste! Grüße
    Mike

    P.S. Schöne Cartoons!

    • Monika Sim

      Danke fürs Lob für meine Cartoons, Mike!
      Ja ich hoffe doch, dass man merkt, dass ich liebend gerne Food (wie man so schön neudeutsch sagt) einen Charakter zu geben. Nicht nur bei Würsten, aber ich finde sie sehr geeignet dafür. :D
      Food, Fun und Facts mische ich nur zu gerne. ;)

      Vielste Grüße, Monika :)

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