Die weltbekannte Nürnberger Bonzai-Bratwurst hat einen Stammbaum von etwa 500 Jahren.
Sie wurde keineswegs zu heiß gewaschen, sondern sie lief sozusagen über die Jahrhunderte ein. Anfangs war sie wohl so groß wie ihre Kumpels aus Thüringen, Coburg oder anderen Gegenden, später schrumpfte sie beträchtlich. Eine Teuerung ließ die die mit viel Majoran gewürzten Würste schrumpfen, damit der Preis nicht astronomisch wurde.
Die Legende von den nach der Sperrstunde verkauften Würsten, die durch die Schlüssellöcher geschoben wurden hält sich hartnäckig, aber mein Gedanke dazu: Die Münzen zur Bezahlung passten bestimmt nicht durchs Schlüsselloch… wer würde an Fremde Würste durchs Schlüsselloch schieben ohne Bezahlung??? Vielleicht war unter der Tür Platz um die Münzen durchzuschieben, aber …?? ?? *grübel*
Es waren einfach nicht genügend Würste da, um den mächtigen Appetit der Nürnberger zu stillen. Im 16. Jahrhundert durften Fleischer nicht mehr als täglich als 4 -5 Pfund Würste pro Kopf und Tag verkaufen. Hungrige Kunden bestochen Metzger mit Weihnachtsgeschenken und abends schlichen sich gut betuchte Nürnberger in die Häuser ihrer Lieblingsmetzger, um noch heimlich ein paar Würste mehr zu ergattern.
Dabei schrumpften die Würste für die Wirtschaften und Garküchen dabei mehr als die für die privaten Haushalte:
Im 14. Jahrhundert gingen fünf Würste für die Garküchen auf ein Pfund, das waren etwa 100 Gramm pro Wurst. Die Privatwürste mussten aber zu viert ein Pfund auf die Waage bringen.
Um 1573 war es dann soweit, die Würstchen waren auf die heutige Größe geschrumpft: 25 Grämmchen für so ein leckeres Schweinswürstchen, die auf Holzkohlen ihren leckeren Teint bekommen oder auch in der Pfanne.
Seit langer Zeit trauen sich die Würstel allgemein im Dutzend oder halben Dutzend auf den Teller, gerne begleitet von Meerrettich, Sauerkraut oder Kartoffelsalat. Es gibt aber auch Dreiergesellschaften im Brötchen oder Einzelgänger, die auf Gabeln als “Anne an der Gabel” gesichtet wurden, die kleinste erlaubte Einheit in der Rostbratwurstküchen… aber könntet ihr euch vorstellen, eine halbe Nürnberger zu bestellen???
Eine wenig bekannte Mutation der Nürnberger Rostbratwurst sind die Blauen Zipfel, bzw. Sauren Zipfel. Diese Nürnberger bevorzugen ein Bad in einem Sud aus Weißwein oder verdünntem Essig, mit Badezusätzen wie Zwiebeln, Kümmel Lorbeer oder Wacholder versetzt. So bekommen sie ihren Teint in diesem begehrten bläulichen Ton, der ihnen zum Namen verhalf.
Es gibt noch viele andere Mutationen der Nürnberger Bratwurst, auf die ich hier heute nicht eingehe (ein andermal vielleicht) aber noch so viel: Dieser Beitrag wurde unter der Einwirkung von einem halben Dutzend Original Nürnbergern geschrieben, die wie immer zu schnell verschwanden. *rülps*
Wohl nich nur weil sie so schnell verschwinden, sind die Nürnberger auch eine geschützte Art.

Aufgeschnappt
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Das Thüringer Bratwurstmuseum
Der Wurstblog
Schön, dass unsere Nürnberger Bratwürste auch das Comic-Herz höher schlagen lassen!
Beste Grüße aus dem weihnachtlichen Nürnberg mit den idyllischen Bratwurstständen auf dem Christkindlesmarkt, wo man vorzüglich 3 im Weckla verspeisen kann!