Saucisse de Toulouse

Ein eigenwilliges Mitglied der Bratwürstlinge ist die Wurst aus Toulouse. Auf den ersten Blick eine Bratwurst, ist sie auch in größeren Mengen genau das: EINE Bratwurst. Diese nicht enden wollende Wurst besiedelt die Fleischertheken als Meterware. 

Die Saucisse de Toulouse hat recht grobes Schweinefleisch und Schweinerückenspeck in ihrer Genetik, das mit Pfeffer und Muskatnuss stark gewürzt ist. Gern hat sie ein Schlückchen Weisswein in ihrem Bäuchlein sowie Knoblauch oder Schalotten. Die Mischung aus rohem und geräuchertem bzw. getrocknetem Fleisch in ihr macht sie besonders würzig. (Wird der Speck dafür geräuchert oder getrocknet? Das weiss ich leider nicht, ich glaub eher, er ist getrocknet.)

Normalerweise bestellt man ja Bratwurst nach Anzahl oder Gewicht, aber die Toulouser finden es irgendwie interessanter, die Wurst nach der Länge zu kaufen. Warum? Keine Ahnung. Wisst ihr’s? “Einen Meter Wurst, bitte!” 

Auf jeden Fall ist es so möglich, ganz ehrlich zu sagen: “Ich hab nur eine einzige Wurst gegessen!” auch wenn sie einen Meter lang war und die ganze Pfanne in ihrer schönen Spiralform gefüllt hatte und man nicht, wie geplant, die Diät eingehalten hat.

Sehr wohl fühlt sich die Toulouser Wurst in Cassoulet, dem berühmten Bohnengericht. Dort wird sie zusammen mit anderen Fleischsorten, oft Ente und Schweinefleisch, mit weißen Bohnen im Ofen gebacken, bis sich eine knusprige golden-braune Schicht oben auf der Oberfläche bildet…

Die ganzen Orte um Toulouse sind ständig bemüht, das einzig echte und allerbeste Cassoulet zu kochen und es gibt viele “Nur so” und “So bitte nicht” drum herum, aber die Toulouser Wurst ist immer drin. Vielleicht sollte jemand mal die Wurst fragen, was sie als bestes Rezept sieht?

Die würzige Toulouser Endloswurst ist auf jeden Fall vielseitig und man kann sie vor oder nach dem Braten auf tellergünstigere Größe zerschneiden. Sie fühlt sich sauwohl in Eintöpfen aller Art, besteht aber vorher immer nach auf einen kurzen Aufenthalt in der Pfanne.

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