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Der Wurstprinz sprang auf, dies liess er sich nicht zweimal sagen. Seine Männer griffen sich das Glas, in dem Schneewürstchen lag und wollten es auf die Kutsche heben. Die Cocktails rannten hinterher und warfen sich mit Todesverachtung auf die riesigen Rauchwürste, die das Glas schulterten.

Eine würstliche Prügelei begann und sie bemerkten nicht, wie das Glas gegen einen Baum rollt, dabei fiel die vergiftete Brezel aus Schneewürstchens Hals und es öffnete die Augen…


Die Cocktails gingen um das arme Schneewürstchen herum, dem die Brezel halb im Hals steckte, und konnten beim besten Willen nicht sehen, was mit ihr geschehen war. Sie stupsten sie an, aber sie regte sich nicht. Sie kamen mit dem süßen Senf, aber sie rührte sich nicht. Sie konnten einfach nicht erkennen, was mit ihr war.

Sie konnten es nicht glauben, aber Schneewürstchen gab keinen Mucks von sich.

Dann weinten sie alle: “Der große Gourmet hat sie geholt!”


“Tja, dann müssen wir mal sehen, wie wir deine Pelle wieder zart und weiß bekommen, meine Liebe!” seufzte Züpfel.

Er ging ans Regal und holte eine Flasche mit Honig der Puschelblüte, den er auf Schneewürstchens rote Pelle strich. Sie jammerte etwas, doch im Laufe des nächsten Tages war sie ganz die Alte.

Im Schloss angekommen, hatte die Königinwurst diesmal schnell die Verkleidung abgelegt und war gleich zum Spiegel gerannt.


Die Kabanossi bedankte sich noch einmal und den ganzen Weg zum Schloss freute sich die zähe Königinwurst auf die nächste Frage an den Spiegel. So wie sie den gesunden Appetit von Schneewürstchen kannte, würde gleich der ganze Senf verschwunden sein.

Nachdem Schneewürstchen das Haus fein aufgeräumt hatte, setzte sie sich mit dem Senf hin und probierte…


Die Cocktails besahen sich ihre ratzeputz geleerten Senftöpfchen und grummelten so heftig wie ihr Magen.
“Ich geh jetzt ins Brötchen” grummelte Zepfel, der immer der hungrigste aller Cocktails war.

Als er vor seinem Brötchen stand, konnte er es nicht glauben: Eine für ihn riesige schneeweisse Wurst lag quer über allen Brötchen und schnarchte leise.


Der König war entsetzt. Nicht nur, dass er schon lange bereute, diese zähe Tyrannenwurst geheiratet zu haben, jetzt wollte sie ihm das Liebste auf der ganzen Wurst nehmen: Sein Schneewürstchen. Hilflos sah er, wie die Ratwürste wie hypnotisiert mechanisch nickten.

Während die böse Wurstkönigin sich daran machte, Schneewürstchen aus dem Schloss zu jagen, schloss sich der König in sein Zimmer und war verzweifelt.

Die böse Königin rannte zu Schneewürstchen und brüllte sie an: “Verschwinde aus meinem Schloss! Du hässliches weißes Ding! Du bist ja nicht mal geräuchert! Verschwinde!”


Nun möchte ich dir ein wurstaltes Märchen erzählen. Es ist von vielen Erzählern über Jahrhunderte immer weiter erzählt worden, doch es hat sich dabei etwas verändert.

In meinen wurstologischen Forschungen habe ich nun das Original erfunden gefunden.

Ich werde dir diese alte Wurstmär in einigen Fortsetzungen erzählen, denn alles auf einmal ist nur für hartgesottene Würste zu ertragen, da es dabei teils recht würstlich zugeht.

Also:

Es war einmal ein Wurstkönig, der sein weites Wurstreich weise regierte. Er hatte eine würstliche Gattin an seiner Seite, aber so sehr die beiden sich es auch wünschten, es stellte sich kein Thronwürstelchen für die beiden ein.